Ist der Regen blau?

Sehen wir uns mal an, wie Beatrice Alemagna den Regen in „Ein großer Tag, an dem fast nichts passierte“ dargestellt hat. Ja, da ist schon dieses Blau, aber es ist ein sehr dunkles Blau, fast grau wie eben Gewitterwolken sind. Es wird heller und eher türkis, wenn Sonnenstrahlen hinter dem Regen durch die Wolken brechen. Und wenn die Tropfen den Waldtümpel berühren, dann vermischt sich alles zu einem schlammigen Grün.

aus: EIN GROSSER TAG, AN DEM FAST NICHTS PASSIERTE von Beatrice Alemagna, Beltz & Gelberg, 2018

Die kleinen Maler*innen im Literatur-Atelier bekommen drei Farben: Gelb, Magenta und Blau (Ecoline Liquid Watercolors von Bösner) und etwas Schwarz zum Abdunkeln. Mit diesen Farben mischen sie „Regenfarben“ - das ist gar nicht so leicht, probiert das mal! Man braucht dazu eine Palette und ein „Probeblatt“, auf dem man immer wieder probieren kann, ob man schon den gewünschten Farbton erreicht hat. Nun werden die Farben möglichst flüssig auf das Aquarellpapier aufgetragen. Sie werden mit viel Wasser verdünnt, denn sie sollen ja möglichst tropfen und rinnen wie der Regen! Das geht am besten, wenn man die Möglichkeit hat, an einer Staffelei zu malen, an der die Farben wie Regen von oben nach unten fließen können.

Während die Regenbilder trocknen, können wir uns ausführlich der Geschichte widmen. Und den anderen Farben oder DER anderen Farbe, die uns - BUMM - schon am Vorsatzpapier entgegenschlägt. Ein leuchtendes, fast blendendes Orange, das im krassen Gegensatz zu den dunklen, schlammigen aber auch zarten Regenfarben steht. Diese Farbe steht für das Kind, dem wir durch die Geschichte folgen. Wie heißt das Kind? Ist es ein Mädchen oder ein Bub? Kann man sich aussuchen.

Das Kind verbringt einen schrecklich langweiligen Urlaub mit Mama in einem Ferienhaus. Es regnet, Mama muss arbeiten und verbietet auch noch das Computerspiel. Doch als das Kind raus in den Regen geht, entdeckt es den Zauber der Natur: Riesenschnecken mit Fühlern so weich wie Gelee, ein modriges Pilzmeer, eine unterirdische Welt voller winziger Wesen und sonderbarer Dinge, glatte und glashelle Steine und merkwürdige Insekten. Es klettert auf einen Ast, springt in Lacken, unterhält sich mit einem Vogel, trinkt den Regen wie ein Tier und fragt sich: „Wieso hatte ich das noch nie zuvor gemacht?“.

Die Regenbilder sind trocken, nun soll auch die Kontrastfarbe - das leuchtende Orange - ins Spiel kommen. Wie, das entscheiden die Kinder selbst. Ob in abstrakter oder figurativer Form oder in Anlehnung an die Darstellung des Kindes in der Geschichte - jede/r überlegt sich selbst etwas. Zusätzlich zur flüssigen orangen Farbe (hier MALA von Ikea) gibt es Buntstifte, die auf die Farben der Illustrationen abgestimmt sind. Mit Salz und Zitronensaft lassen sich im noch nassen Zustand übrigens interessante Effekte in die Aquarellfarben zaubern.

Apropos Regen… Werft einen Blick ins Kinderbuchhaus! Dort dreht sich gerade alles um das Wetter! https://www.kinderbuchhaus.at/